Sechs Gründe für das PR-Konzept

Im Laufe meiner Arbeit habe ich immer wieder festgestellt, dass viele (auch potenzielle Kunden) nur eine vage Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit haben. Dass das irgendetwas mit Medien und Veröffentlichungen in selbigen zu tun hat ist im weitesten Sinne bekannt. Weniger aber, wie das genau zustande kommt und was eigentlich an Arbeit dahinter steckt. Zum Lächeln brachte mich die Aussage eines Kunden, die in etwa so lautete: „Ich dachte Ihr schreibt nur Pressemitteilungen und war überrascht, was Ihr so alles macht.“ Schön, wenn man seine Kunden noch überraschen kann! ☺ Trotzdem sehe ich die Notwendigkeit, das ein- oder andere Detail hervorzuheben und habe mich für einen essenziellen Bestandteil entschieden, der leider oft verkannt und daher nicht angewendet wird: das PR-Konzept. Es ist die Basis, das Herzstück sozusagen, auf der die weitere Öffentlichkeitsarbeit aufbaut. Für Berater und Kunden gleichermaßen stellt es den roten Faden dar, anhand dessen man sich auch rückversichern, orientieren oder die Arbeit überprüfen kann. Die folgen sechs Bestandteile sollen veranschaulichen worum es geht und warum das PR-Konzept so wichtig ist.

1. Analyse der Ist-Situation
Bevor mit der Arbeit begonnen wird ist es ratsam, sich einen umfassenden Überblick über die Sache zu verschaffen, die kommuniziert werden soll. Ein wichtiges Instrument hierfür ist die SWOT-Analyse. Strenghts – Weaknesses, – Opportunities – Threats. Zu Deutsch: Stärken – Schwächen – Chancen – Risiken. Mithilfe der SWOT-Analyse erhält man auf einfache Art ein sehr anschauliches Gesamtbild auf dem auch die gesamte weitere Strategie aufbaut.

2. Festlegen der Zielgruppen
Wen wollen wir eigentlich mit der Kommunikation ansprechen? In der Regel unterscheidet man zwischen primären, sekundären und tertiären Zielgruppen.

3. Festlegen der Kommunikationsziele
Was soll mit der Kommunikation zukünftig erreicht werden? Zugegebenermaßen ist das ein sehr schwieriger Part, da die PR-Arbeit nicht in Gänze steuerbar ist. Dennoch macht es Sinn, sich Gedanken über die Ziele zu machen, um nach einer gewissen Zeit ein Zwischenfazit ziehen zu können und Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen.

4. Positionierung in der Öffentlichkeit
Ein ganz zentraler Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit. Bevor wild drauf los kommuniziert wird, müssen sich Berater und Kunde einig sein, wie die zu kommunizierende Sache in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden soll. Welcher konkrete Nutzen oder welches Alleinstellungsmerkmal wird geboten? Es gibt immer nur eine Positionierung für alle Zielgruppen.

5. Die Botschaften
Diesen Teil finde ich persönlich besonders schön. Hier wird erarbeitet, was genau den definierten Zielgruppen vermittelt werden muss, um das gewünschte Fremdbild in ihren Köpfen und Herzen zu verankern. Ein, zwei knackige Sätze mit einer Kernaussage und einem Versprechen, die die gesamte Kommunikation begleiten.

6. Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen
Jetzt wird es für den Kunden erst richtig interessant, denn es geht nun darum, die passenden PR-Maßnahmen zu entwickeln. Hier kommt es immer ganz darauf an was passt, realistisch ist und zum Ziel führt. Die Palette ist vielfältig: Pressemitteilungen, Gastbeiträge, Hintergrundgespräche, PR-Aktionen und mehr.

Das sind sechs essenzielle Punkte, die die Wichtigkeit des PR-Konzepts verdeutlichen. In der Tiefe ist das Ganze noch umfangreicher, doch hier muss auch ich sagen, dass es im Tagesgeschäft natürlich einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt. Trotzdem ist es wichtig, einen fruchtbaren Boden für die zukünftige Arbeit zu bereiten. Nur so kann sie auf lange Sicht Früchte tragen.